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E-E-A-T-Check: Erfüllt Ihre Unternehmenswebsite die Google-Vertrauenssignale?

Wer sich mit der Qualität von Websites und Inhalten beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff E-E-A-T. Die Abkürzung steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust – also Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit.

Google verwendet E-E-A-T als Konzept in seinen Search Quality Rater Guidelines. Darin wird beschrieben, anhand welcher Merkmale menschliche Qualitätsprüfer die Qualität von Suchergebnissen und deren Inhalten einschätzen. E-E-A-T ist dabei kein einzelner Rankingfaktor und es gibt auch keinen öffentlich einsehbaren „E-E-A-T-Score“ für eine Website.

Trotzdem ist das Konzept für Unternehmen interessant. Denn viele der dahinterstehenden Fragen sind auch für Nutzer entscheidend: Wer steckt hinter einer Website? Kann diese Person oder dieses Unternehmen das Thema kompetent beurteilen? Sind Aussagen nachvollziehbar? Und gibt es gute Gründe, den angebotenen Informationen zu vertrauen?

Was bedeuten die vier Bestandteile von E-E-A-T?

Um die eigene Website beurteilen zu können, lohnt sich zunächst ein Blick auf die einzelnen Bestandteile.

Experience: Gibt es echte Erfahrung?

Experience beschreibt die praktische Erfahrung mit einem Thema. Hat der Autor ein Produkt tatsächlich verwendet? Hat ein Unternehmen die beschriebene Leistung selbst erbracht? Beruht ein Ratgeber auf Erfahrungen aus realen Projekten?

Gerade hier können Unternehmenswebsites einen Vorteil gegenüber rein allgemeinen Informationsangeboten haben. Eigene Projekte, Fallstudien, Tests, Fotos, Daten oder konkrete Beispiele machen sichtbar, dass Inhalte nicht nur theoretisches Wissen wiedergeben.

Ein IT-Dienstleister könnte beispielsweise nicht nur erklären, wie eine bestimmte Migration grundsätzlich funktioniert, sondern auch typische Schwierigkeiten aus tatsächlich durchgeführten Projekten beschreiben.

Expertise: Ist die notwendige Fachkompetenz vorhanden?

Bei Expertise geht es um das Fachwissen hinter einem Inhalt. Wie wichtig formale Qualifikationen sind, hängt stark vom jeweiligen Thema ab.

Bei medizinischen, finanziellen oder rechtlichen Informationen sind nachweisbare Fachkenntnisse besonders relevant. Bei anderen Themen kann Expertise dagegen auch durch langjährige praktische Beschäftigung, berufliche Erfahrung oder tiefgehendes Spezialwissen deutlich werden.

Unternehmen sollten deshalb nicht nur behaupten, Experten zu sein, sondern nachvollziehbar machen, warum sie über die entsprechende Kompetenz verfügen.

Authoritativeness: Wie anerkannt ist die Quelle?

Autorität entsteht nicht allein auf der eigenen Website. Entscheidend ist auch, wie eine Person, Marke oder Organisation außerhalb des eigenen Internetauftritts wahrgenommen wird.

Erwähnungen und Empfehlungen durch relevante Fachmedien, Organisationen oder andere anerkannte Quellen können dabei wichtige Signale sein. Auch ein klar erkennbares fachliches Profil und hochwertige Veröffentlichungen zu einem bestimmten Themengebiet tragen langfristig dazu bei.

Dabei gilt: Eine bloße große Anzahl an Verlinkungen oder Erwähnungen ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Autorität. Entscheidend sind vor allem Kontext, Qualität und Relevanz.

Trust: Kann man der Website und ihren Inhalten vertrauen?

Vertrauenswürdigkeit nimmt innerhalb von E-E-A-T eine besondere Rolle ein. Eine Seite kann fachlich hervorragend geschrieben sein – wenn beispielsweise wichtige Angaben verschleiert werden oder Inhalte irreführend sind, bleibt sie trotzdem problematisch.

Für Unternehmenswebsites bedeutet das unter anderem: Es sollte klar sein, wer für die Website verantwortlich ist, wie das Unternehmen erreichbar ist und wer einen Fachbeitrag verfasst oder geprüft hat. Aussagen sollten korrekt und nachvollziehbar sein, Quellen sauber verwendet und kommerzielle Interessen transparent gemacht werden.

Ist E-E-A-T ein Google-Rankingfaktor?

Hier entsteht häufig ein Missverständnis: E-E-A-T ist kein einzelner Rankingfaktor, den Google einer Website als messbaren Wert zuweist.

Die Search Quality Rater Guidelines richten sich an menschliche Qualitätsprüfer. Deren Bewertungen werden unter anderem dazu verwendet, die Qualität von Googles Suchsystemen zu beurteilen. Sie entscheiden jedoch nicht unmittelbar darüber, ob eine einzelne Website anschließend einen bestimmten Platz in den Suchergebnissen erhält.

Für SEO-Verantwortliche sind die Guidelines trotzdem interessant, weil sie einen Einblick darin geben, welche Eigenschaften Google bei hochwertigen und hilfreichen Suchergebnissen für wichtig hält.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet die Kriterien in den Google Search Quality Rater Guidelines.

E-E-A-T-Check: 10 Fragen für Ihre Unternehmenswebsite

E-E-A-T lässt sich nicht mit einem einzelnen SEO-Tool messen. Mit einigen konkreten Fragen lässt sich aber schnell erkennen, an welchen Stellen eine Unternehmenswebsite bereits überzeugend ist und wo möglicherweise Informationen fehlen.

1. Ist eindeutig erkennbar, wer hinter der Website steht?

Besucher sollten nicht lange recherchieren müssen, um herauszufinden, welches Unternehmen für eine Website verantwortlich ist. Unternehmensname, Kontaktdaten und rechtlich erforderliche Angaben sollten einfach auffindbar sein.

2. Gibt es aussagekräftige Informationen über das Unternehmen?

Eine gute „Über uns“-Seite sollte mehr leisten als eine Sammlung allgemeiner Aussagen über Qualität und Kundenzufriedenheit.

Hilfreicher sind konkrete Informationen: Seit wann beschäftigt sich das Unternehmen mit dem Thema? Welche Kompetenzen gibt es im Team? Auf welche Bereiche ist es spezialisiert? Welche Erfahrungen sind vorhanden?

3. Ist bei Fachinhalten klar, wer sie erstellt hat?

Gerade bei umfangreichen Ratgebern und Fachartikeln kann eine Autorenangabe die Einordnung erleichtern. Je nach Thema können eine kurze Autorenbeschreibung, Position im Unternehmen, Fachgebiet und relevante Erfahrung sinnvoll sein.

Nicht jeder kurze Blogbeitrag benötigt deshalb eine ausführliche Autorenbiografie. Bei Themen, bei denen Fachkompetenz für die Bewertung der Informationen wichtig ist, sollte die Verantwortlichkeit jedoch nachvollziehbar sein.

4. Zeigen die Inhalte eigene Erfahrungen?

Viele Unternehmensblogs wiederholen Informationen, die bereits auf zahlreichen anderen Websites zu finden sind. Dadurch entsteht zwar formal korrekter Content, aber wenig zusätzlicher Nutzen.

Eigene Erfahrungen können einen Artikel wesentlich wertvoller machen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Erkenntnisse aus Kundenprojekten
  • eigene Tests und Analysen
  • konkrete Beispiele
  • selbst erhobene Daten
  • Screenshots oder eigene Abbildungen
  • typische Fehler aus der Praxis
  • nachvollziehbare Lösungswege

Solche Inhalte zeigen nicht nur Fachwissen, sondern liefern Informationen, die nicht ohne Weiteres auf jeder anderen Website zu finden sind.

5. Werden wichtige Aussagen nachvollziehbar belegt?

Nicht jede Aussage benötigt eine Quellenangabe. Sobald jedoch Studien, Statistiken, wissenschaftliche Erkenntnisse oder Aussagen anderer Organisationen verwendet werden, sollten möglichst die ursprünglichen und seriösen Quellen genannt werden.

Bei SEO-Themen bedeutet das beispielsweise, bei Aussagen über Google nach Möglichkeit auf offizielle Google-Dokumentationen statt ausschließlich auf Zusammenfassungen von Drittanbietern zu verweisen.

6. Sind die Inhalte aktuell?

Veraltete Inhalte können Vertrauen schnell beschädigen – insbesondere bei Themen, die sich regelmäßig verändern.

Deshalb lohnt es sich, ältere Beiträge regelmäßig zu prüfen. Dabei sollte nicht einfach nur das Veröffentlichungsdatum geändert werden. Eine Aktualisierung ist dann sinnvoll, wenn auch tatsächlich geprüft wurde, ob Aussagen, Beispiele, Links und Empfehlungen noch stimmen.

7. Werden Leistungen und Kompetenzen konkret belegt?

Aussagen wie „führender Anbieter“, „höchste Qualität“ oder „langjährige Expertise“ sind schnell geschrieben. Ohne weitere Informationen helfen sie Nutzern jedoch kaum bei der Einschätzung eines Unternehmens.

Überzeugender sind nachvollziehbare Belege: konkrete Projekte, Arbeitsweisen, Qualifikationen, Referenzen, Ergebnisse oder detaillierte Fallstudien.

8. Gibt es nachvollziehbare Referenzen und Fallstudien?

Fallstudien können besonders wertvoll sein, weil sie Erfahrung anhand konkreter Situationen zeigen.

Eine gute Fallstudie beschreibt nicht nur ein positives Ergebnis. Sie erklärt auch die Ausgangssituation, das Problem, die gewählte Vorgehensweise und – sofern möglich – das Resultat. Dadurch wird für Leser nachvollziehbar, welche Leistung tatsächlich erbracht wurde.

9. Macht die Website einen verlässlichen Eindruck?

Vertrauen entsteht nicht nur durch den Inhalt eines einzelnen Artikels. Auch die Website als Ganzes spielt eine Rolle.

Dazu gehören beispielsweise eine sichere HTTPS-Verbindung, funktionierende Seiten und Links, eine verständliche Navigation sowie ein professioneller Umgang mit Kontakt- und Unternehmensinformationen.

Technische Qualität sollte dabei nicht mit E-E-A-T gleichgesetzt werden. Eine schnelle Website ist nicht automatisch fachlich vertrauenswürdig. Technische Probleme können jedoch die Nutzererfahrung und den professionellen Gesamteindruck beeinträchtigen.

10. Ist der Zweck der Inhalte transparent?

Nutzer sollten erkennen können, warum ein Inhalt veröffentlicht wurde und wer davon möglicherweise profitiert.

Das ist besonders relevant bei Produktempfehlungen, Vergleichen, Affiliate-Inhalten oder anderen kommerziell geprägten Beiträgen. Werbung und geschäftliche Interessen sollten nicht als unabhängige redaktionelle Empfehlungen getarnt werden.

Häufige Fehler bei der E-E-A-T-Optimierung

Ein häufiger Fehler besteht darin, E-E-A-T wie eine klassische SEO-Checkliste zu behandeln: Autorenbox ergänzen, einige Quellen verlinken, „Über uns“-Seite überarbeiten – fertig.

So einfach funktioniert es nicht.

Eine Autorenbox schafft beispielsweise noch keine Expertise, wenn die Person keine erkennbare Erfahrung mit dem Thema besitzt. Ebenso wenig macht eine lange Liste externer Quellen einen oberflächlichen Artikel automatisch hochwertig.

Auch Zertifikate, Auszeichnungen und Kundenlogos sollten nicht nur dekorativ eingesetzt werden. Sie sind dann hilfreich, wenn sie relevant, authentisch und für Besucher nachvollziehbar sind.

Der sinnvollere Ansatz besteht deshalb darin, sich bei jedem wichtigen Inhalt zu fragen:

Warum sollte ein Besucher gerade dieser Information vertrauen – und kann er die Antwort auf der Website selbst erkennen?

E-E-A-T ist mehr als eine SEO-Maßnahme

E-E-A-T sollte nicht als einmaliges Optimierungsprojekt verstanden werden. Erfahrung, Fachkompetenz, Autorität und Vertrauen entstehen über längere Zeit.

Neue Projekte liefern neue Erfahrungen. Fachartikel müssen aktualisiert werden. Ansprechpartner und Teams verändern sich. Neue Quellen und Erkenntnisse entstehen. Gleichzeitig können Inhalte, die vor einigen Jahren noch korrekt waren, heute bereits überholt sein.

Für Unternehmen bedeutet das: Die Qualität einer Website sollte regelmäßig überprüft werden. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele vermeintliche „E-E-A-T-Signale“ einzubauen, sondern Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit dort sichtbar zu machen, wo sie tatsächlich vorhanden sind.

Fazit

E-E-A-T ist kein geheimer Google-Score und auch keine einzelne SEO-Stellschraube. Das Konzept bietet vielmehr einen hilfreichen Rahmen, um die Qualität einer Unternehmenswebsite aus Sicht der Nutzer zu hinterfragen.

Wer seine Website überprüfen möchte, sollte deshalb nicht nur auf Keywords und technische Kennzahlen schauen. Ebenso wichtig sind Fragen wie: Ist klar, wer hinter den Informationen steht? Ist die notwendige Erfahrung vorhanden? Werden Aussagen nachvollziehbar belegt? Sind Inhalte aktuell? Und gibt es konkrete Gründe, dem Unternehmen und seinen Informationen zu vertrauen?

Eine Website, die diese Fragen überzeugend beantwortet, schafft eine bessere Grundlage für hilfreiche Inhalte – und vor allem für das Vertrauen der Menschen, die sie nutzen.