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WordPress 2026: Was ist neu – und worüber die Community diskutiert?

Kurzfassung

  • WordPress entwickelt sich vom klassischen CMS hin zu einer umfassenden Website-Plattform.
  • Der Block-Editor (Gutenberg) und Full Site Editing werden weiter ausgebaut und übernehmen zentrale Layout-Funktionen.
  • Page Builder bleiben nutzbar, verlieren aber strategisch an Bedeutung.
  • Für Agenturen und Website-Betreiber entsteht ein schrittweiser Umbruch statt eines harten Systemwechsels.
  • Für 2026 sind vor allem mehr Core-Funktionen, bessere Performance und stärkere Barrierefreiheit zu erwarten.
  • Klassisches WordPress bleibt relevant, erfordert jedoch eine bewusstere technische Planung.

Die Entwicklung von WordPress verläuft derzeit schneller und tiefgreifender als in vielen Jahren zuvor. Während Sicherheitsfragen weiterhin wichtig bleiben, rücken strukturelle Veränderungen am Core, am Block-Editor und an der langfristigen Systemausrichtung immer stärker in den Mittelpunkt. WordPress wird nicht neu erfunden, aber funktional deutlich erweitert. Für Website-Projekte stellt sich damit zunehmend die Frage, wie sich diese Veränderungen auf Planung, Wartung und langfristige Stabilität auswirken.

Vom Blogsystem zur Baukasten-Plattform


Ursprünglich als Blog-System konzipiert, positioniert sich WordPress heute klar als umfassende Website-Plattform. Ziel ist es, nicht nur Inhalte zu verwalten, sondern komplette Websites direkt im System gestalten zu können.
Diese Entwicklung zeigt sich vor allem in drei Bereichen:

  • der konsequente Ausbau von Full Site Editing
  • die stärkere Verzahnung von Design, Layout und Inhalt
  • die schrittweise Auflösung der klassischen Trennung zwischen Theme und Editor

Damit verfolgt WordPress das Ziel, Websites künftig ohne zusätzliche Page-Builder-Plugins vollständig im Core umsetzen zu können.

Gutenberg wird erwachsen

Der Block-Editor ist längst nicht mehr nur ein Werkzeug zur Texterstellung. Mit Full Site Editing lassen sich inzwischen auch strukturelle Bestandteile einer Website direkt bearbeiten.
Dazu zählen unter anderem:

  • Header und Footer
  • Templates für Blog-, Archiv- und Einzelseiten
  • globale Design-Einstellungen wie Farben und Typografie
  • Navigations- und Layout-Strukturen

Im Fokus der Weiterentwicklung stehen vor allem Performance-Verbesserungen, stabilere Template-Verwaltung sowie eine stärkere Vereinheitlichung von Backend und Frontend. WordPress baut damit gezielt Funktionen aus, die bisher häufig durch externe Layout-Systeme abgedeckt wurden.

Page Builder: Auslaufmodell oder weiterhin unverzichtbar?

In der Community wird zunehmend diskutiert, welche Rolle Page Builder künftig noch spielen. Systeme wie Elementor oder Divi bleiben weiterhin nutzbar und sind technisch nicht bedroht. Gleichzeitig wandern jedoch immer mehr klassische Page-Builder-Funktionen direkt in den WordPress-Core.

Offiziell gilt:

  • Page Builder bleiben reguläre Plugins
  • es gibt keine Abschaffung oder Sperrung
  • Rückwärtskompatibilität bleibt ein zentrales Prinzip

Strategisch bedeutet dies jedoch, dass Gutenberg immer mehr typische Layout-Anwendungsfälle selbst abdeckt. Entwickler werden ermutigt, stärker auf Block-basierte Konzepte zu setzen. Page Builder werden damit nicht ersetzt, aber perspektivisch weniger notwendig.

Zwischen Aufbruch und Verunsicherung: Agenturen im Spagat

Für Agenturen und Entwickler bringt dieser Wandel sowohl Unsicherheit als auch Chancen mit sich. Viele bestehende Projekte basieren stark auf bestimmten Page Buildern und deren interner Logik.

Typische Herausforderungen sind:

  •  bestehende Websites sind technisch eng an einzelne Builder gebunden
  • die langfristige Wartbarkeit ist schwer planbar
  • Layout-Strukturen können sich durch Updates verändern
  • Redakteure müssen neue Arbeitsweisen erlernen

Gleichzeitig entstehen Vorteile durch:

  • geringere Plugin-Abhängigkeiten
  • bessere Performance durch schlankere Strukturen
  • eine sauberere Code-Basis
  • langfristig stabilere Websites

Der Übergang erfolgt nicht abrupt, sondern schrittweise.

Ein Blick nach vorn: Was uns 2026 wirklich erwartet

Für 2026 zeichnen sich bestimmte Entwicklungslinien deutlich ab.
Sehr wahrscheinlich sind:

  • ein weiterer Ausbau von Full Site Editing
  • zusätzliche Standard-Blöcke für Layout und Design
  • verbesserte Werkzeuge für Entwickler
  • ein stärkerer Fokus auf Performance und Barrierefreiheit

Eher unwahrscheinlich sind:

  • die Abschaffung von Page Buildern
  • radikale strukturelle Brüche im Core
  • eine verpflichtende Migration bestehender Websites
  • WordPress folgt damit weiterhin seinem Grundprinzip, Veränderungen evolutionär umzusetzen.

Was jetzt zählt: Strategisch statt hektisch reagieren

Unabhängig von der Projektgröße empfiehlt sich eine strategische Vorbereitung auf die kommenden Entwicklungen.

Sinnvolle Maßnahmen sind:

  • neue Projekte möglichst block-basiert zu planen
  • bestehende Websites nicht vorschnell umzubauen
  • Updates vorab in Test- oder Staging-Umgebungen zu prüfen
  • die Anzahl eingesetzter Plugins bewusst zu reduzieren

Eine saubere technische Struktur erhöht die langfristige Stabilität und reduziert spätere Anpassungskosten.

Fazit aus Agentur-Sicht: Viel Bewegung, kein Systembruch

WordPress 2026 wird kein neues System, aber ein funktional deutlich erweitertes. Der Block-Editor bleibt zentrales Element, während Page Builder an strategischer Bedeutung verlieren. Gleichzeitig steigt der Anspruch an Planung, Struktur und technische Umsetzung.

Aus Agentur-Sicht bedeutet das:
WordPress bleibt eine tragfähige Lösung für viele Projekte, erfordert jedoch eine bewusstere Herangehensweise bei Architektur, Updates und langfristiger Wartung. Wer die Entwicklung frühzeitig berücksichtigt, kann von den neuen Möglichkeiten profitieren, ohne unnötige Komplexität zu erzeugen.